Berichte

 

HomeVereinKontaktLinksAktuellFSJ
BewerbungTippsProfilBerichte

 

Hier findet ihr in unregelmäßigen Abständen Berichte unserer ehemaligen Freiwilligen

Bericht von Maria, Dorothea und Johannes (2016), und Paula, Wiebke und Valentin (2015)

Bericht von Nora und Sophia, Freiwillige 2012/2013

Chile, das ist eine Reise ins Ungewisse. Was erwartet mich  in diesem fremden, unbekannten Land im „gefährlichen“ Südamerika? Wie sind die anderen Freiwilligen, die Mitarbeiter und Kinder, mit denen ich mein  Jahr verbringen werde? Werde ich Deutschland vermissen? Und wenn ja – was dann? 1000 Fragen, die auch die intensivste Vorbereitung nicht beantworten kann. Die Wochen vor der Abreise vergehen wie im Flug, erst im Flieger nach Santiago haben wir überhaupt Zeit in Ruhe nachzudenken, ohne irgendwelche bestimmten Vorstellungen im Kopf, aber mit dem aufgeregt-glücklichen Gefühl im Bauch: jetzt kann es losgehen!

Chile, das ist eine herzliche Begrüßung mit Wangenkuss. Kaum sind wir im Heim angekommen,  sind da lauter neue Gesichter mit Namen, die sich alle gleich anhören, sodass wir schnell den Überblick verlieren, wer nochmal wer ist und wem wir uns überhaupt schon vorgestellt haben. Wir werden mit Fragen überschüttet, die wir nicht verstehen, also nicken wir einfach und lächeln freundlich.

Chile, das ist Arbeit, Arbeit, Arbeit. Vom Wecken bis zum Ins Bett bringen, ob beim Arztbesuch, in der Schule, bei den Hausaufgaben, beim Spielen, Vorlesen, der Arbeit in der Landwirtschaft, Streit schlichten, Läuse kämmen, am Lagerfeuer grillen und Musik machen: Für die Kinder sind wir 24 Stunden am Tag im Einsatz. Und haben unglaublich viel Spaß dabei.

Chile, das ist Überlebenstraining. Im Winter bei 4 Grad haben wir keine Heizung und duschen mit kaltem Wasser, wir gewöhnen uns an die Anwesenheit von giftigen Spinnen in jedem Zimmer und werden von Flöhen und Läusen heimgesucht. Mitten in der Nacht gibt die Camioneta den Geist auf, wir lernen, bei kleinen Erdbeben cool zu bleiben und die Annäherungsversuche der chilenischen Männer abzuwehren. Doch die größte Herausforderung ist und bleibt der Umgang mit den Kindern: einerseits ihre ehrliche und oft respektlose Art und andererseits die vielen traurigen Geschichten, die dahinterstehen und so gar nichts mit unserer eigenen Kindheit gemeinsam haben.

Chile, das ist ein unglaublich langer Sommer. Das Leben findet draußen statt, wir verbringen Stunden und Tage im Schwimmbad oder am Strand, grillen Tonnen von Fleisch, liefern uns Wasserschlachten mit den Kindern, ernten kistenweise Tomaten und verbrennen uns trotz 50er-Sonnencreme die Nase.

Chile, das ist der Traum eines jeden Reisenden. Wir packen unseren Rucksack und steigen ohne jegliche Planung in den nächsten Bus. Wir surfen am Strand von Arica, machen eine Radtour durch die Atacama-Wüste und beobachten den Sonnenuntergang im Valle de la Luna. Wir schweben mit einem Gleitschirm über dem Pazifik, erkunden das Nachtleben in Santiago, besteigen einen Vulkan, wandern durch tausend Jahre alte Wälder und trotzen Wind und Wetter in Patagonien mit nichts weiter als einem undichten Zelt. Die Landschaft Chiles ist unglaublich abwechslungsreich und atemberaubend schön, das Reisen in diesem Land hat uns unzählige wertvolle Erfahrungen und Begegnungen geschenkt.

Chile, das ist ein Ort, an den man sein Herz verliert. Die Leute sind spontan und offen, herzlich und lebensfroh. Man teilt, auch wenn man selbst nicht viel hat. In Chile haben wir eine ganz neue Art von Miteinander erlebt. Wir haben Freunde fürs Leben gefunden, wir untereinander, und auch unseren Lieblingschilenen fühlen wir uns trotz 10.000 Kilometern Distanz sehr nah. Zu jedem einzelnen Kind haben wir eine ganz besondere Beziehung aufgebaut, geprägt von vielen intensiven Erlebnissen und zusammengeschweißt durch Höhen und Tiefen. Allein beim Schreiben dieses Berichtes sind wir schon wieder den Tränen nahe, weil wir sie so sehr vermissen.

Chile, das ist einfach Chile. Improvisation und Chaos. Schulfrei bei Regen. Häuser wie aus Pappe. Busfahren ohne Fahrplan und Haltestellen. Weißbrot ohne Ende. Lebensfreude. Schimpfwörter. Pizza mit Ketchup, Senf und Mayo. Zwei Tage kompletter Wasserausfall in der Millionenmetropole Santiago. Heimliches Schokoladeessen im Zimmer. Ewige Teamsitzungen ohne Ergebnisse. Landleben. Und immer wieder calma y paciencia (Ruhe und Geduld).

Und ein unbeschreiblich harter Abschied.

Chile, das ist Weihnachten unter Palmen. Den ersten Advent feiern wir mit Erdbeerkuchen und einem Kranz aus Weidenzweigen. Mitten im Hochsommer füllen wir Adventskalender, backen Plätzchen, kaufen Geschenke und üben Weihnachtslieder. Heiligabend verbringen wir mit Grill und Zelt am Strand.

Und jetzt – genau ein Jahr später – freuen wir uns zwar über ein gemütliches Weihnachten im winterlichen Deutschland, mit heißem Tee, Schnee und Weihnachtsmarkt. Dennoch sehnen wir uns  sehr zurück, der nächste Flug ist schon gebucht! Chile, ohne dich können wir einfach nicht.

Nora&Sophia

Bericht von Anna (Sommer 2013 – Sommer 2014)

In meinem Zimmer steht ein unbenutztes Bett, die Möbel sind schon eingestaubt, und es scheint als würde niemand darin leben.

Genau so stelle ich mir mein Zimmer in Deutschland vor, denn seit fast einem halben Jahr lebe ich weit entfernt von meiner Familie und meinen Freunden, und zwar in Chile und arbeite im Hogar Campo "Los Espinos" als Freiwillige.

Die Tage werden immer länger und das Thermometer steigt immer weiter an. Es ist Weihnachtszeit in Chile. In Deutschland würde man bei diesem Wetter nie und nimmer an Weihnachten denken aber hier laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

In diesem Land erlebt man so einiges vor allem  wenn man mit so vielen Kindern zusammenlebt. Kommt der Bus um einen Ausflug zu machen niemals an, dann geht man ganz einfach woanders hin. Macht man einen Ausflug mit den Kindern an den Strand und das Benzin ist leer, fährt einer einfach mit dem Bus zur Tankstelle um Sprit zu kaufen. In Chile ist das alles kein Problem. Die Spontanität in diesem Land ist beeindruckend. Durch solche Pannen wird jeder Ausflug zu einem riesengroßen Erlebnis und macht jeden noch so kleinen Ausflug unvergesslich.

Die Arbeit mit den Kindern macht sehr viel Spaß, obwohl wir anfangs viele Verständigungsprobleme durch die neue Sprache hatten, haben sich alle sehr viel Mühe gegeben. Überhaupt muss man sagen, dass wir hier sehr herzlich empfangen wurden von Kindern und Mitarbeitern im Heim.

Nebenbei unterstütze ich zwei Tage pro Woche die Lehrer in der Schule. Ich helfe der Lehrerin der ersten und zweiten Klasse ein wenig mit den Kindern. Anfangs musste ich mich an die Schule gewöhnen, da die Unterrichtsweisen in diesem Land ganz schön anders sind als bei uns in Deutschland. Aber mittlerweile habe ich gar keine Probleme mehr damit und gewöhne mich immer mehr an die chilenische Arbeitsweise. Tagsüber spielen wir viel mit den Kindern über Fußball bis hin zu UNO ist alles dabei. Seit das Wetter besser ist machen wir immer öfters Ausflüge wie zum Beispiel zu einem Pool, an den Strand oder einfach nur einen Spaziergang. 

Die Arbeit hier ist natürlich auch sehr anstrengend, aber das Gefühl alle Kinder glücklich und lachend zu sehen ist einfach unbeschreiblich. Dadurch, dass wir Freiwilligen zusammen mit den Kindern auch im Heim leben, ist das Heim ein Zuhause und keine Arbeit. So anstrengend es auch ist, bin ich glücklich um jede Minute die wir alle zusammen verbringen können. Die Heimreise liegt zwar noch über ein halbes Jahr entfernt, aber man hat trotzdem immer im Hinterkopf das man alles eines Tages zurücklassen muss. Alle Kinder und dir Mitarbeiter, das ganze Heim das für uns und schon viele andere Freiwillige eine Familie ist.

Doch ans Heimreisen will ich jetzt noch nicht denken. Ich freue mich auf die Zeit, die noch kommen wird, und alle schönen Erlebnisse die ich gemeinsam mit den Kindern haben werde.

Anna

Bericht von Rosalie (Sommer 2013 – Sommer 2014)

Seit 5 Monaten bin ich mit meiner Freundin Anna Freiwillige in Chile, hier im Hogar Campo Los Espinos. 

Am Anfang war es hier etwas schwierig, weil wir beide kein spanisch sprechen konnten und nichts verstanden haben, was um uns herum passiert. Mittlerweile können wir uns ganz gut verständigen und verstehen den Großteil. 

Auch wenn die Arbeit sehr anstrengend ist, ist die Zeit hier wunderschön. Die Kinder sind meistens ziemlich brav und da sie es auch öfters mal nicht sind, wird es mit ihnen nie langweilig. 

Neben den Kindern arbeiten wir natürlich auch mit den Erziehern, Lehrern und Verantwortlichen im Heim, die auch alle hilfsbereit und nett sind. 

Wir arbeiten vor allem im Heim, in der Schule und helfen bei der Campoarbeit, was alles meistens Spaß macht.

Am 21.12. beginnt bei uns der Sommer und es ist jetzt schon total heiß. Da kommt trotz Weihnachtsbaum, Adventskalender und Weihnachtsliedern nicht unbedingt Weihnachtsstimmung auf.

Trotzdem wird Weihnachten bestimmt lustig, wir werden bei Freunden im Dorf feiern.

Ich wünsche allen in Deutschland fröhliche Weihnachten und schöne Feiertage, 

Rosi

 

 

 

BACK TO TOP


Copyright (c) 2018 Juntos e.V:. Alle Rechte vorbehalten.

info@juntos.org